Liebe Renaultzeros Freunde!
 

... Das alleine ist nicht genug: Ich bin in Euren Club eingetreten, weil ich Euch ganz toll finde, ein Haufen Begeisterter, die mit Karossen rumfahren, die zu Millionen mal gebaut wurden, sich bewährt haben, unkomplizierte Arbeitstiere sind, so wie manche von Euch...........nun ich bin ein pensionierter Kameramann vom Bayerischen Rundfunk, der nebenbei einen Blechhaufen unter Gestrüpp und Laub vor 14 Jahren in einer Werkstatt entdeckte und fragte:

Ist das nicht ein roter Alfa Spider ??

Kann man den noch aufrüsten?

Die Antwort kam zögerlich: ja mei, ja scho, aber des dauert...hast du Zeit zum warten??

Ja sagte ich, ewig würde ich auf so ein schönes Auto warten, ohne mir dabei was zu denken, ich wusste damals gar nicht, dass ich von einem Virus befallen war, der heißt: "Oldtimerliebhaberei".
Was dann kommt wisst Ihr ja alle, die Liebe zum alten Auto, die Liebe zum Detail, das Beschäftigen in ganz neuen Welten, Öl messen, Stossdämpfer, Kerzen, Vergaser....für mich neue Welten zu entdecken, für Euch, die Ihr alte Hasen seid, alles selbstverständlich, Gespräche über Teile, die man evtl. noch bekommt, oder auch nicht mehr, wer kann was beschaffen....na ja Ihr wisst ja, Leidensgeschichten Oldtimer......Apotheke Oldtimer.....springt er nach der Winterpause wieder an????

Ja, nun bin ich ganz abgekommen, mich weiter vorzustellen, vor lauter Begeisterung, die uns allen gemeinsam ist, egal welches Auto wir fahren,

das verbindet alle Oldifahrer die Liebe zum Automobil.

Ich will versuchen, das was wir alle denken, unser Hobby in Worte zu fassen,

zu erzählen über Ausfahrten, über ein paar Verrückte, die tagelang unterm Auto liegen und basteln, die immens viel Geld investieren, nur um ein paar Mal bei einer Ausfahrt dabei zu sein.

Die Atmosphäre will ich beschreiben, das Feeling, dabei zu sein, neue Leute kennenzulernen, die genauso denken, wie ich, das will ich beschreiben.

O.K. Lasst Euch überraschen..... es sind ja schon ein paar schöne Fotos im Netz auf unserer Homepage, www.RenaultZeros.de ich möchte meinen Senf dazugeben, für die Anderen, die nicht in Augsburg dabei sein konnten, oder bei Wolfram, dem gastfreundlichen Boss der Renaultzerosse, der seine Wohnung kurzerhand den Mitfahrern zum gemeinsamen Frühstück zur Verfügung gestellt hat, man fährt in einem Aufzug in den vierten Stock wo drin steht : für 5 Personen zugelassen, ja aber wie? Übereinander ?

Die Brotzeit, die man mitgebracht hat, geht grad noch mitrein, Barbara und Detlef sind sportlich, sie laufen die vier Stiegen hinauf.

Hinein in die gute Stube !
9.00 Uhr früh, der Tisch ist schon gedeckt, der Kaffee schon eingeschenkt, na was sitzt den da auf dem Stuhl? Ein kleines, schwarzes Knäuel, ein ganz kleines Minikätzchen, eines von Zweien, ganz süß, verspielt, die gehören zum Haus, sagt Christiane, gerade in die Familie aufgenommen, weil doch Wolfram auf die große Reise geht und Christiane sonst so alleine wäre.. ..da sind die beiden schwarz-grauen und getigerten Burma Kätzchen, gerade ein paar Wochen alt, eine schöne Abwechslung, um die man sich kümmern kann, wenn der Wolfram fünf Wochen mit dem R4 quer durch Argentinien braust.

Barbara und Detlef holten mich von zu Hause ab, der R4 hat erstaunlich viel Platz, die Freundin von den beiden saß schon hinten drin, ich klemmte mich noch hinter Detlef, ich dachte, das übersteh ich nicht, ich mit meinen langen Beinen, aber oh Wunder, ich saß unheimlich bequem!! Das sieht man dem Raumwunder R4 nicht an, 4 Erwachsene Menschen und noch 10 RenaultZerosse im Kofferraum, ihr glaubt das nicht? Könnt ihr glauben, das waren doch die Maskottchen von Eurem Club, gab’s zum Vorzugspreis, hätte auch einen Rhino mitgenommen, aber wohin zu Hause? Hab schon so viele Stofftiere im Bett!? Habe dann Zugunsten meiner R4 Freunde auf das Kuscheltier verzichtet.

Also 10 RenaultZerosse und wir: Barbara, Christiane, Detlef und ich, dann noch Fotoausrüstung und die Brotzeit, die wir gleich bei Wolfram abliefern durften. Gerhard brachte, bevor er zur Arbeit fuhr, noch netterweise eine Kiste Infozettel, die wir dringend zum Verteilen in Augsburg brauchten, vorbei. Noch schnell ein Foto mit Renaultzerosse im Arm, Aufkleber auf die Autos gepappt und los...wo ist denn der Dietmar mit Tochter? Die wollten doch den Wolfram mitnehmen! Da taucht der weiße R4 auf, jetzt kanns endlich losgehen.

So fuhren wir dann bei herrlichem Wetter, es hatte 20 Grad plus (!), nach einem gemütlichen Frühstück bei Wolfram, von München nach Augsburg, der Wind schob den R4 ab und zu mal zur Seite, aber Detlef, als routinierter Berufskraftfahrer, hatte den dunkelblauen R4 fest im Griff, vor uns die Rennsemmel von Dietmar. Weil er ein bisschen gepflegter war als unserer, hat er uns halt nicht vorbeigelassen, der schnelle, weiße Flitzer. Der Landweg über Friedberg, nach Augsburg war ganz schnell geschafft, das Messegelände gut beschildert, schnell gefunden, Klaudius erwartete uns schon am Messetor und sagte:
"In der Gruppe ist es 1€ billiger!!" Wolfram ruft: "ja und die Autos sind frei, wir treffen uns dann im Ausstellungsgelände wieder!"

Ich verstand nur Bahnhof, war noch nie auf der Oldtimermesse in Augsburg........die Organisation von Wolfram klappte prima, ging alles ganz schnell, schon waren wir drin, die Sonne kam raus ,der Wind war kalt, wir marschierten gleich auf`s Gelände, die Hallen später, sagt Wolfram: " zuerst mal schauen, wer alles da ist" .

Am Parkplatz warteten zwischen einem roten Mercedes SL und einem Mustang, ein grüner, selbstbemalter R4 GTL1.Serie im Alltagsgebrauch, von Adolf und ein Rodeo R4 von Ralf. Der weiße R4 und der dunkelblaue R4 von Barbara und Detlef.
.... - Galerie 2007

Der Rodeo 4 wurde von Ralf liebevoll und sehr gut restauriert. Augenfällig auf dem Vordersitz montierte er einen Kinderschalensitz für seinen Sohn Max, der hatte während der Fahrt die beste Aussicht von seinem Thron! Dem Rodeo spendierte Ralf neue Chromfelgen und ein schönes Verdeck, so propper stand der schöne Rodeo in der Sonne unter weiß-blauem Augsburger Himmel.
Thilo, Christof, Rainer, Walter und Klaudius standen in der Gruppe um die Autos herum. Wolfgang und Walter machten Fotos. Dietmar mit Tochter, Thilo und Stefan wollen nun zum Teilemarkt gehen. Die Freundin von Barbara und der Vater von Klaudius kamen als Gäste dazu. Viele haben sich zur Ausfahrt angemeldet und abgemeldet. Das freute den Organisator Wolfram insoweit, dass er genau wusste, wer nun letztendlich wirklich an der Ausfahrt teilnehmen wollte und konnte. Die Vorbereitung einer Ausfahrt ist recht aufwendig, erzählt mir Wolfram, er lobt deshalb diejenigen, die sich melden, so kann er am besten organisieren und hatte ja letztendlich auch alles bestens im Griff.

Grosses Hallo, "Ja seid ihr denn bis von Erlangen extra wegen uns gekommen? Das ist aber toll, wie war die Fahrt, ja alles ok?" ruft Klaus ganz begeistert "stürmisch halt", ruft Harald über die ganze Versammlung zurück "aber nicht so viel Stau, wie wir dachten."

"Was machen wir jetzt Wolfram, sag was?", fragt Barbara, gehen wir rein und schauen wir uns ein paar Autos an oder gehen wir zum Teilemarkt, sehen, ob wir das Schlusslicht bekommen, das uns seit Wochen schon fehlt. Wir haben doch noch den zweiten R4 zum Aufbauen in Frankreich für 400€ gekauft, aber das Schlusslicht fehlt halt und so vieles mehr!

Ja, meint Wolfram, lasst uns zuerst zum Renault Oldi Stand in Halle1 gehen, da sitzt Rainer, den wollten wir doch treffen. Dann können wir ja auch noch bei den Matra Freunden Deutschland vorbei schauen.

Wolfram spricht mit vielen Leuten am Stand, sie kennen sich alle, viele wollen noch überlegen, aber da ruft Wolfram in die Runde: "Freunde, 25€ im Jahr, was ist das schon! Wir bieten so viel Spaß, Infos und Neuigkeiten, wir sind ein ganz junger Club, momentan sind wir 26 Leute, alle haben nur das Eine im Kopf: Renault, deshalb nennen wir uns auch "Renault Zerosse", weil unsere Wagen unverwüstlich, widerstandskräftig, stark im Nehmen sind, so wie eben Rhinos sind. So sind wir auch gestrickt, ganze Kerle, nette und aufgeschlossene Leute, die auf andere Leute vorurteilslos zugehen. Ich habe jetzt Kontakt, sagt Wolfram, zu einem Argentinischen R4 Club, sie haben mich ganz spontan eingeladen, nach Argentinien zu kommen, mache eine große Ausfahrt mit, die größte bisher in meinem Leben, nämlich ein bisschen das große, schöne Land erkunden.

"Wollt Ihr mitfahren?", ruft Wolfram lachend in die Runde.

Detlef und Barbara erkunden derweil den riesigen Teilemarkt, drei Hallen nur Teile, alles gebraucht, zum Teil auf Hochglanz geputzt, Stoßstangen, Lampen, Leuchten, Schlussleuchten, Federn, Stossdämpfer, antiquarische Autobücher, Betriebsanleitungen, Nachschlagewerke und vieles andere mehr, was der eine oder andere seit langem schon sucht und hier in Augsburg findet.

Auf mich macht der Teilemarkt einen verwirrenden Eindruck, mein 68er Alfa-Spider braucht Gott sei Dank im Moment nichts, habe auch nichts entdeckt, was zu meinem Rundheck-Spider passen würde. In einer großen Halle sind nur Ersatzteile für: Mortorräder, Rahmen, Kolben, Auspuffe, Öle, Schmierstoffe, Polituren, alles was das Herz begehrt, eine Auswahl, die Seinesgleichen sucht, da lohnen sich schon die 11 € Eintrittsgebühr, wenn man das findet, was man sucht.

Ich hätte ja die Geduld nicht, Stunden lang zu suchen, ich bin eher der Typ, der ins Geschäft geht, einen Zettel rauszieht und sagt, habt Ihr...?

Man muss eben die Liebe zum Detail haben, den Verstand, das handwerkliche Können, all das zusammen macht einen echten Oldtimerfan aus. Der Club bietet unter den Mitgliedern die gegenseitige Hilfe, das Gespräch. Kein anderer Club gibt Menschen diese Geborgenheit, als der Oldtimerclub, ob Du nun 10 Jahre oder 80 Jahre alt bist, er verbindet alle in Einem...die Liebe zum Detail!

Es ist 15.30 Uhr, Wolfram hat uns zum Treffpunkt befohlen, brav finden wir uns ein, wir strömen vom Teilemarkt, von der Oldtimershow in Halle 5 oder vom Bier, wo wir uns mit wildfremden Leuten über unser Hobby unterhalten, viel gelacht und uns amüsiert haben.

Auf dem weiten Platz stehen da vornehmere Karossen wie ein schwarzer Rolls oder ein Adenauer Mercedes, besonders lustig war ein alter Setra Bus, der jetzt dem Besitzer als Wohnwagen dient. Ein R4 stand da, ein armer alter, den hat sein Besitzer total verschandelt, mit selbstgebauter Anhängerkupplung, wie bei einem Lastwagen, einen Blechdeckel auf dem Dach, damit es nicht durch die Löcher regnet...wie kann man nur, dachte ich.

Es gab aber auch sehr schöne VW Käfer, Mustangs, Volvos, Jaguars, Opel, Fiat usw. Die Zeit vergeht wie im Flug, ja wo bleibt denn unser Boss, akquiriert noch bis zur letzten Minute Leute für den Club, redet mit Händen und Füßen, wir sitzen schon alle startbereit, mit einem wahnsinnigen Hunger, weil Wolfram gesagt hat, wir fahren um 15.30 Uhr pünktlich nach Hurlach, das ist auf dem Weg nach Landsberg, da gibts eine tolle Bauernwirtschaft, der Metzgerwirt, ein Schweinebraten zum Reinsetzen! Auf dem Weg dorthin, herrlich klares Wetter, da muss ein Foto gemacht werden, vor dem Bergpanorama! Wolfram dirigiert die drei Autos auf eine Wiese, wir steigen aus, saukalt ist es inzwischen geworden. Wolfram ruft: zuerst ohne Leute...........mei ist das ein schönes Bild, beeilt euch! Jetzt mit der Gruppe und dann schnell zum Metzgerwirt nach Hurlach!!

Angekommen, rein in die Wirtschaft...wollt Ihr nicht das schöne Schlösschen besichtigen, fragt Wolfram, der auch immer für die Bildung der Mannschaft sorgt.

Neiiiin, Huuuunger... Wolfram tat noch was für seine Bildung. Dietmar und die kleine, hübsche Tochter warteten schon ungeduldig auf uns. Wir bestellten den köstlichen Schweinebraten in Biersoße und ein kühles Bier. Prost Gemeinde... und zisch, tut das gut! Ein Bier darf der Oldibeifahrer schon.

Beim Essen ergaben sich noch gute Gespräche mit Harald aus Erlangen, der alte Motorräder sammelt, sie aufbaut und restauriert, er zeigt Fotos von seinem Museum. Er hat ein ungeheures Fachwissen, ich könnte ihm stundenlang zuhören, wenn er erzählt. Jedes Sammlerstück hat seine Story. Ich dachte, eine Ausfahrt nach Erlangen, ein Besuch in seinem Museum würde sich sicher lohnen. Harald war nicht so begeistert, nein, es ist alles noch nicht fertig, meine Frau und ich sind noch am Ausbauen, wir haben noch viel Arbeit.

Gesättigt, sehr glücklich über einen erfüllten Tag mit schönen Eindrücken, stiegen wir in unsere Renaults und in den Bulli und brausten nach München zurück.

Ein schöner Tag mit Freunden ging zu Ende. Bis zum nächsten Mal, riefen wir uns zu, alles Gute bis dahin, Gute Fahrt !!

Wolfgang Keim